Das Müller nicht nur Deutschlands häufigster Nachname, sondern auch ein Beruf ist, dürfte den meisten klar sein. Der Beruf Müller zählt zu den Handwerksberufen. Ein Müller stellt nicht nur Mehl her, sondern auch Futtermittel oder Gewürze. Bereits im Mittelalter gab es das Müllerhandwerk, damals zählt dies jedoch zu den unehrlichen Berufen. Damals wurden den Müllern viele betrügerische Absichten unterstellt. Damals wie heute sagt man einem Müller eine Mühle zu, auch wenn heute eine Mühle an sich weniger zum Einsatz kommt.
Früher arbeitete ein Müller ausschließlich in einer Mühle. Diese wurde nach ihrer Antriebsart unterschieden. Es gab entweder Wassermühlen oder Windmühlen. Wobei die Wassermühlen verbreiterter waren. Windmühlen gab es auch erst ab dem 18. Jahrhundert. Auch die Bezeichnung “Müller” war damals sehr vielfältig. Der eigentliche Müller, der in verschiedenen Mühlen Mehl oder Schrot herstellte, wurde als Mahlmüller bezeichnet. Ein Mahlmüller war jedoch nur Arbeiter und kein Besitzer einer Mühle. War man Eigentümer einer Mühle, wurde man als Erbmüller bezeichnet. Eigentümer einer Mühle waren auch damals schon sehr wohlhabend und die Mühle wurde meist vom Vater an seinen Sohn weitervererbt, deshalb die Bezeichnung des Erbmüllers. Wer keine eigene Mühle besaß, sondern nur Pächter einer solcher war, wurde als Pachtmüller bezeichnet. Wenn damals der Vater Müller war, dann wurde dieser Beruf meist auch an die Söhne weitergegeben. Die Söhne übernahmen nach ihrer Ausbildung die Mühle des Vaters und übten den Beruf als Müller weiter aus. In Sachsen zum Beispiel waren über 80 % der Müller, Müllerssöhne, die also den Betrieb vom Vater übernommen haben.
Wie bereits oben beschrieben, stellt ein Müller heute nicht nur Mehl her, sondern auch Mischfutter, Gewürze und Kaffee. Erlernen kann den Beruf im Prinzip jeder, egal welche schulische Ausbildung er besitzt oder ob er Mann oder Frau ist. Die Ausbildung zum Müller dauert insgesamt 3 Jahre und kann bei guter Leistung auch entsprechend verkürzt werden. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen Teil an einer Berufsschule, der meist im Blockunterricht abgehalten wird und aus einem praktischen Teil in einem Handwerksbetrieb. Wer eine Ausbildung zum Müller gefunden und begonnen hat und diese erfolgreich abschließt, der hat gute Chancen vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden. Und das sind für heutige Zeiten mehr als glänzende Aussichten.
Abiturienten haben außerdem die Möglichkeit an verschiedenen Schulen in Deutschland ein Studium zu absolvieren. Die Studienzeit beträgt 4 Semester und ist damit relativ kurz. Mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Techniker hat man ebenfalls sehr gute Aussichten, einen Arbeitsplatz als Müller zu bekommen. Wer möchte, kann natürlich auch seinen Meister machen und die Meisterprüfung im Müllerhandwerk ablegen. In Deutschland gibt es über 300 Getreidemühlen, knapp 350 Mischfutterhersteller und ungefähr 10 Schäl- bzw. Reismühlen. Viele der genannten Mühlen bilden selber aus und übernehmen ihre Auszubildenden. Auch wenn das Berufsbild an sich sehr alt ist, lebt der Beruf trotzdem von jungen, engagierten Leuten die ihre Herausforderung im Müllerhandwerk suchen. Auch in den Bereichen der Lebensmitteltechnologien sind oftmals Müller mit ihrem breiten Wissen gefragt und gern genommen.
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