Viele Leute fragen sich zu besonderen Anlässen, wie Feier- und Geburtstagen, was sie den anderen denn schenken sollen. Ein Geschenk aus einem Laden, der Kunsthandwerkliches verkauft, kann eigentlich fast immer etwas Passendes gefunden werden. Das Kunsthandwerk steht für Stücke, die der Künstler nur einzeln oder in geringen Stückzahlen fertigt. Dies das Handwerk, welche sich von der Norm der hohen Produktionszahlen abhebt, und aus einer langen Tradition entwickelt wurde.
Der Begriff Kunsthandwerk entstand erst im 18. Jahrhundert, als durch die Entstehung sogenannter Manufakturen, welche die Erzeugnisse einer industriellen Fertigung auf größeren Absatzmärkten nutzten. Die Kombination der Worte „Kunst“ und „Handwerk“ betonen die Abgrenzung zu den seriellen und massenhaft reproduzierbaren industriellen Erzeugnissen. Handwerkliche und technische Kenntnisse werden vom Kunsthandwerker ebenso gefordert, wie gestalterisches Können und Phantasie. Der Begriff Kunsthandwerk ist spartenübergreifend. Ein Möbelstück, ein Kleidungsstück, Schmuck, Accessoires oder Gebrauchsgegenstände können alle aus der Werkstatt eines Kunsthandwerkers stammen. Voraussetzung für einen Kunsthandwerker ist, dass er sein Handwerk exzellent beherrscht, wobei besonders auf die Beherrschung traditioneller Techniken Wert gelegt wird. Erst dann kann die künstlerische Gestaltung dazukommen. Für die Ausbildung zum Kunsthandwerker gibt es in Deutschland diverse spezielle, fachlich ausgerichtete Schulen, in denen der Handwerker seine Kenntnisse vertiefen und seine gestalterische Fähigkeit schulen kann. Auf keinen Fall darf aber der Begriff Kunsthandwerker mit Designer gleichgesetzt werden, da ein Designer eigentlich nur die Entwürfe für eine eventuelle industrielle Massenfertigung anfertigt.
Die Blütezeit des Kunsthandwerks war Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Zeit des Jugendstils. Während dieser Zeit wurde von Handwerkern und Künstlern versucht, das gesamte Umfeld des Menschen zu gestalten. Namen wie Henry van der Velde (Möbelgestaltung) und René Lalique (Schmuck) sind wohl den meisten Menschen, die sich etwas mit der geschichtlichen Entwicklung befassen, ein Begriff. Aber auch ganze Gebäude wie das der Wiener Secession oder das Gemeindehaus in Prag sind Zeugnisse künstlerischer und handwerklicher Fähigkeiten. Aber auch Zeichner, wie zum Beispiel Aubrey Beardsley gehören eigentlich zu den Handwerkern der Künste.
Heute ist das Kunsthandwerk eher ein Synonym für Dekorations- und Gebrauchsgegenstände. Seltener sind in der heutigen Zeit kunsthandwerklich hergestellte Schmuckstücke zu finden. Diese Künstler arbeiten gerne mit Materialien, die für Schmuck eher ungewöhnlich sind, wie beispielsweise Damaszenerstahl und Kunststoff. Eine fast vergessene Sparte des Kunsthandwerks ist die Kunsttischlerei, da solche Einzelstücke meist exorbitant teuer sind und auch nicht zu jeder Einrichtung passen. Auch die kunsthandwerkliche Stoffherstellung ist in der heutigen Zeit kaum noch zu finden, da die Herstellung dieser Art Stoffe kostenintensiv und vor allem zeitaufwendig ist.
Wer ein Geschenk aus dem Bereich des Kunsthandwerks sucht, wird am ehesten bei Dekorations- und Gebrauchsstücken fündig werden. Ein handgetöpferter, liebevoll bemalter Krug etwa oder ein aus ungewöhnlichem Holz geschnitztes Salatbesteck sowie ein Gesellschaftsspiel mit handgefertigten Figuren oder ein Kinderspielzeug aus Holz – die Auswahlmöglichkeiten sind zahllos. So findet sich eigentlich für jeden, dem ein kleines Geschenk gemacht werden soll, bei den Männern und Frauen, die sich dem Kunsthandwerk verschrieben haben, etwas Passendes.
Foto: mankale – Fotolia.com
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